Staffordshire Bullterrier im Rasseporträt: Charakter, Haltung und Pflege

Rassenübersicht
staffordshire-bullterrier
Als ehemaliger Kampfhund hat der Staffordshire Bullterrier seine Eigenschaften von Mut und Loyalität bis heute beibehalten. Jedoch ist der Staffordshire Bullterrier oder auch “Staff”, wie er von Fans der Rasse genannt wird, auch ein intelligenter, fröhlicher und loyaler Hund. Hier erfährst Du alles, was sich hinter dem liebenswerten Charakter des Staffordshire Bullterrier versteckt.

Wer sich für einen Staffordshire Bullterrier interessiert, sollte wissen, worauf er sich einlässt. In diesem Artikel geben wir Dir einen groben Überblick über Charakter, Erziehung und Pflege des Staffordshire Bullterrier.

Wesen und Charakter des Staffordshire Bullterrier

Als Hauptmerkmale des Staffordshire Bullterriers könnte man die bedingungs- und endlose Liebe zu seiner Familie und seinen Willen bis zum Ende zu kämpfen, nennen. Auch wenn er früher als Kampfhund zum Einsatz kam, wird er seit jeher als Familienhund gehalten und ist menschenfreundlich, besonders anhänglich und verspielt.

Vom Grund seines Wesens ist der Staffordshire Bullterrier liebenswürdig, treu und gutmütig, aber auch sehr dominant und hartnäckig. Als loyaler Familienhund ist er sehr wachsam und immer bereit seine Familie zu beschützen.

Als klar menschenbezogener Hund ist er zudem auch geduldig mit den Kindern der Familie. Insgesamt tut der Staffordshire Bullterrier alles für seine Familie und will es seinem Menschen stets recht machen.

Info: Der Rassestandard lehnt aggressive Hunde eindeutig ab.

Diese Hunderasse ist voller Energie und will überall mit dabei sein. Deshalb braucht sie viel Bewegung und muss zum Spielen gebracht werden, um die Energie herauszulassen.

Der Staffordshire Bullterrier ist beim Spiel leidenschaftlich und mit viel Freude dabei. Hier solltest Du aufpassen, da es vorkommt, dass der Staffordshire Bullterrier sich danach auch schwer beruhigt. Außerdem ist der Staffordshire Bullterrier kontaktfreudig und auch Fremden gegenüber sehr freundlich.

Hinweis: Staffordshire Bullterrier werden in einigen Zuchtlinien immer noch als Hunde mit Aggressionspotential gezüchtet, vor allem in Großbritannien. Der Import nach Deutschland ist deshalb verboten. Es gibt strenge Halterbeschränkungen, weil die Hunderasse in den meisten Bundesländern als gefährlich eingestuft ist. Häufig wird ein Wesenstest durchgeführt und unter Umständen bestimmte Maßnahmen wie Maulkorb- oder Leinenpflicht angeordnet. Im schlimmsten Fall kann die Haltung verboten werden.

Jagdfreudig sind die Staffordshire Bullterrier eher weniger, da sie dafür nicht gezüchtet worden sind. Sehr selten wird diese Hunderasse von Jägern mit zur Jagd genommen und dort eingesetzt.

Geselligkeit des Staffordshire Bullterrier

Der Staffordshire Bullterrier liebt nicht nur den Kontakt zu seinem Menschen, sondern kann unter den entsprechenden Voraussetzungen auch mit anderen Haustieren gut zurechtkommen.

An Katzen sollte der Staffordshire Bullterrier beispielsweise von Anfang an gewöhnt sein. Im besten Fall ist er mit diesen aufgewachsen, da sich das Zusammenleben ansonsten schwierig gestalten könnte. Dennoch gibt es natürlich auch Ausnahmen.

Eine erfolgreiche Sozialisierung eines Staffordshire Bullterrier Welpen führt dazu, dass dieser auch mit anderen Hunden klarkommt. Dennoch solltest Du achtsam sein, wenn dieser Hund wütend wird, da Bisse dieses starken Hundes durchaus gefährlich werden können. Daher kann man nur noch einmal betonen, wie wichtig eine gute Sozialisierung vom ersten Lebensmonat an wichtig ist.

Staffordshire Bullterrier sind loyal und beschützen die Familie

Bei guter Sozialisierung stören ihn so auch Kinder nicht, wenn diese mal an Ohren ziehen oder etwas aufdringlich werden. Da der Staffordshire Bullterrier von Natur aus ein enthusiastisches und stürmisches Verhalten an den Tag legt, solltest Du bei kleineren Kindern trotzdem besser aufpassen. Es kann immer unabsichtlich etwas passieren, auch wenn der Staff ein familien- und kinderfreundlicher Hund ist.

Hier sind ein paar Regeln, die beim Thema Kinder und Hunde stets beachtet werden sollten:

  • fragen, ob gespielt werden darf
  • den Hund nicht stören, wenn er gerade nicht spielen möchte
  • Regeln aufstellen, die auch den Kindern deutlich gemacht werden
  • Körpersprache des Hundes deuten lernen

Aufgrund seiner aufgeweckten Art ist der Staffordshire Bullterrier für Senioren eher nicht geeignet. Neben viel Zeit und Aufmerksamkeit, die dieser Hund braucht, ist es genauso wichtig seine dynamische Art und Bedürfnisse durch Sport und Aktivitäten zu befriedigen.

Erziehung und Haltung des Staffordshire Bullterrier

In seiner Erziehung muss der Staffordshire Bullterriers frühzeitig sozialisiert und an andere Hunde gewöhnt werden. Wegen seiner Eigensinnigkeit und leichten Sturheit braucht dieser Hund eine konsequente und strikte Erziehung. Deshalb ist der Staffordshire Bullterrier als Ersthund nichts für Anfänger.

Viele Hunde dieser Rasse mögen es nicht längere Zeit allein zu bleiben und empfinden dies als besonders stressig. Dieser Stress wird dann nicht selten an Möbeln und Einrichtung ausgelassen.

Staffordshire Bullterrier bellen außerdem oft, um die Aufmerksamkeit seines Menschen auf sich zu ziehen, wenn sie sich beispielsweise ignoriert fühlen. Hier solltest Du einen Staffie so erziehen, dass Du nicht immer nachgibst. Andererseits wird der Vierbeiner öfter zu diesen Mitteln greifen, um gehört zu werden.

Da ein Staffordshire Bullterrier von Natur aus sehr an seiner gewohnten Umgebung und Familie hängt, ist es eher unwahrscheinlich, dass er wegläuft. Dennoch kann es vorkommen, wenn sich der Hund unwohl, unausgeglichen und einsam fühlt. Hat er jedoch alles, was er braucht, musst Du ein Ausreißen nicht befürchten.

Beim Füttern solltest Du beachten, dass viele Staffordshire Bullterrier sehr verfressen sind. Sie sollten nicht übergewichtig sein, da dies bei ihrem Körperbau ziemlich nachteilig ist. Achte deshalb besonders bei älteren Hunden auf die Ernährung. Viel Fleisch und eher weniger Getreide sollten auf dem Speiseplan stehen.

Du solltest einen Staffordshire Bullterrier außerdem nicht primär als Wachhund halten oder ihn zu diesem „trainieren“. Da sie von sich aus einen Beschützerinstinkt haben, kann es sein, dass sie es von sich aus bereits machen.

Wenn dem nicht so ist, solltest Du ihn keinesfalls dazu zwingen. Grund dafür ist die Absicht, seinen aggressiven Ursprung nicht zu fördern.

Pflege und Gesundheit des Staffordshire Bullterrier

Ein Staffie ist sehr pflegeleicht. Zum Hauptprogramm der Pflege eines Staffordshire Bullterriers gehört das Bürsten, Krallen schneiden und Ohren reinigen. Einmal in der Woche gründlich bürsten reicht aus, um dem Fell etwas Gutes zu tun.

Aber auch die Bindung zwischen Hund und Herrchen beziehungsweise Frauchen wird so gestärkt. Zudem ist eine regelmäßige Kontrolle der Krallen, Zähne und Ohren empfehlenswert.

Info: Wie bei vielen anderen Hunde auch, hat der Staffordshire Bullterrier einen Fellwechsel zweimal im Jahr. Du solltest ihn dann lediglich bürsten, um die Haare zu entfernen.

Bei einem verfressenen Hund wie dem Staffordshire Bullterrier ergibt sich eine einfache Gestaltung der Ernährung. Qualitatives Hundefutter, aber auch selbstgemachte Kost stellen den Vierbeiner zufrieden.

Gutes Futter und die richtige Ernährung helfen außerdem, Krankheiten vorzubeugen. Vermeide, dass Du einem bettelnden Staffordshire Bullterrier am Esstisch nachgibst und gewöhne ihn stattdessen an hochwertiges Futter aus dem Handel.

Hinweis: Während der Wachstumsphase ist eine Schonung der Gelenke wichtig. Die Ernährung sollte dem Welpenalter angepasst werden und am besten mit einem Tierarzt besprochen werden. Calcium und Proteine sind dabei Inhaltsstoffe, welche im Ernährungsplan eines Staffordshire Bullterrier nicht fehlen dürfen.

Es reicht völlig aus den Staffordshire Bullterrier einmal am Tag zu füttern. Die beste Zeit dafür ist abends und so, dass sich der Vierbeiner eine Stunde vor und nach dem Fressen ausruht.

Ein Staffie erreicht meist ein Alter von 13 Jahren. Jedoch ist mit guter Gesundheit und Pflege ein Alter von 15 Jahre nicht undenkbar. Mit einer gesunden und ausreichenden Ernährung sowie genug Bewegung bewahrst Du einen Staffordshire Bullterrier vor allem auch davor, übergewichtig zu werden.

Wichtig: Damit es nicht zu Magendrehungen kommt, solltest Du einem Staffordshire Bullterrier nie einen vollen Napf vorlegen und fressen lassen.

Wie andere Hunderassen hat auch der Staffordshire Bullterrier eine Veranlagung für bestimmte Krankheiten, die bei seiner Art typisch sind. Dazu gehören:

  • Veranlagung zu Augenkrankheiten
  • Gelenkerkrankungen (Hüft- und Ellbogendysplasie)
  • erblicher grauer Star
  • Haarausfall
  • neurologische Störungen und Stoffwechselstörungen
  • Taubheit
  • Follikuläre Dysplasie an schwarzen Haaren
Erklärung: Eine follikuläre Dysplasie ist eine Hauterkrankung beim Hund, die zum Teil genetisch bedingt ist. Diese führt zu haarlosen Stellen aufgrund einer Fehlfunktion der Haarwurzel. Diese produziert nur schwache Haare, die schnell abbrechen oder auch gar keine Haare.

Aktivitäten mit dem Staffordshire Bullterrier

Ein Staffordshire Bullterrier benötigt sehr viel Bewegung und kann daher nicht nur Stunden mit Schlaf verbringen oder auf Herrchen und Frauchen warten. Tägliches Spazieren und freies Herumlaufen sind Pflicht.

Aktivitäten, bei denen sich der Staffie ordentlich auspowern kann, bereiten ihm am meisten Freude. Möglichkeiten bieten hier beispielsweise Agility und Flyball. Auch andere sportliche Aktivitäten sind gewünscht, wobei der Staffie das Springen besonders mag.

Staffordshire Bullterrier benötigen viel Bewegung

Möchtest Du mit einem Staffordshire Bullterrier verreisen, gestaltet sich das mit seiner Größe in der Regel unkompliziert. Dass der Hund nicht so scheu ist und auch bei fremden Personen freundlich bleibt, ist ein weiterer Vorteil bei Reisen.

Hinweis: Da der Staffordshire Bullterrier ein Listenhund ist, solltest Du Dich vor Reisen in andere Länder informieren, da allein in der EU unterschiedliche Vorgaben herrschen. Maulkorb und Leine sollten im Urlaubsgepäck daher bestenfalls nicht fehlen.

Durch die Entwicklung hin zum Familienhund ist der Staffordshire Bullterrier sehr anpassungsfähig geworden, weshalb die Haltung in Haus, aber auch Wohnung möglich ist. Beachte jedoch, dass der Staffordshire Bullterrier bei einem Leben in der Wohnung oder bei wenig Auslauf im kleinen Garten, Ausgleich durch viel Spazieren und Sport benötigt. Andernfalls musst Du mit Problemen wie Lärm und Beschädigung von Möbeln rechnen.

Herkunft des Staffordshire Bullterrier

Hunde, die man als Vorfahren des Staffordshire Bullterrier ansieht, lebten schon vor über 250 Jahren in England. Bergleute in Mittelengland, unter anderem in der Grafschaft Staffordshire,  züchteten und hielten die Hunde. Diese waren klein und bullig. Besonders groß sollten sie nicht sein, da sie mit den Arbeitern in ihren kleinen Wohnungen lebten.

Wissenswert: Der Staffordshire Bullterrier ist nicht mit American Staffordshire Terrier zu verwechseln. Diese aus den USA stammende Rasse ist unter anderem größer. Jedoch entwickelte sich diese Ende des 19. Jahrhunderts aus denselben Vorfahren.

Staffordshire Bullterrier kamen außerdem zum Einsatz, um auf die Kinder aufzupassen, weshalb sie den Spitznamen “Nanny-Dog” erhielten. Zuerst wurden sie jedoch dazu eingesetzt Ratten zu beseitigen und zu töten, woraus ein Wettkampf entstand. Bei diesem blutigen sogenannten Rattenbeißen gewann der Hund, der in kürzester Zeit möglichst viele Ratten tötete.

Ab etwa 1810 hatte sich der Staffordshire Bullterrier einen Namen als favorisierte Hunderasse für Hundekämpfe gemacht. Nicht zuletzt deshalb, weil sie als leidensfähig und stark gelten. Mit dem Verkauf von Hundewelpen, Wettkämpfen und Hunderennen wollte man zusätzliche Einnahmen erzielen, um das schlechte Gehalt des Arbeiterberufs aufzubessern.

Wissenswert: Die Hunde wurden mit anderen Terriern und Collies gekreuzt.

Die Bull-and-Terrier, wie sie zu dieser Zeit noch genannt wurden, waren außerdem ein Statussymbol der Arbeiterklasse in den Kohlegebieten. Ziele bei der Zucht waren mutige, hartnäckige Hunde, die bereit waren mit den Menschen zu kooperieren.

Interessant: Auch heute noch ist der Staffordshire Bullterrier eine der am häufigsten gehaltenen Hunderassen in England.

Als derartige Hundekämpfe in England im Jahr 1835 verboten wurden, fokussierte sich das Zuchtziel auf die familienfreundliche Eigenschaft des Staffordshire Bullterriers.

Nach dem Rassestandard sind Intelligenz sowie Kinder- und Familienfreundlichkeit die Hauptziele bei der Zucht von Staffordshire Bullterriern. 100 Jahre später, im Jahr 1935 wurde die Hunderasse vom Kennel Club (Dachverband der britischen Hundezuchtvereine) als eigene Rasse anerkannt.

Wissenswert: Seit der Anerkennung 1935 wurde der Rassestandard sehr verändert. Die größte Änderung war die Reduzierung der erwarteten Höhe um 5,1 cm ohne gleichzeitig auch das Höchstgewicht anzupassen. Deshalb ist der Staffordshire Bullterriers ein für seine Größe recht schwerer Hund.

Staffordshire Bullterrier anschaffen: Wo finde ich einen passenden Staffordshire Bullterrier

Hier haben wir einige Ansprechpartner verlinkt, die Du für die Anschaffung eines Staffordshire Bullterriers in Betracht ziehen kannst. Bitte achte bei Deiner Suche darauf, dass der Züchter oder der Tierschutzverein seriös ist.

Von Anzeigenportalen oder “Privatzüchtern” würden wir grundsätzlich abraten. Schau Dich gerne auch in Tierheimen um. Auch dort kann es den ein oder anderen Staffordshire Bullterrier geben, der ein passendes Zuhause sucht.

Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V.

Westfalendamm 174
44141 Dortmund
Telefon: +49 231 56 50 0 – 0
Telefax: +49 231 59 24 – 40
E-Mail: info@vdh.de
Internet: www.vdh.de

Deutscher Club für Bullterrier e.V.

Friedrich-Bergius-Weg 3
60438 Frankfurt am Main
Telefon: 0 17 6 32 55 89 43
E-Mail: kluge.v@gmx.de
Internet: www.dcbt.de

Gesellschaft der Bullterrier-Freunde e.V.

Im Dorfe 18
99428 Weimar/Possendorf
Telefon: 0 36 43 41 51 171
E-Mail: info@amadis-bullterrier.de
Internet: www.gb-f.de

Weiterführende Links

Rassestandard des Staffordshire Bullterrier (Stand 20.01.1998): FCI Rassestandard

Fellpflege
100%
Gesundheit
60%
Intelligenz
100%
Energielevel (Bewegungsdrang)
90%
Bellverhalten
60%
Familienfreundlichkeit
100%
Kinderfreundlichkeit
90%