Scottish Terrier im Rasseporträt: Charakter, Haltung und Pflege

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Sein schönes und langes Fell verzaubert viele Hundefreunde. Ein Scottish Terrier ist aber nicht nur wunderschön, sondern auch überaus aktiv und selbstbewusst. Ergänzend hierzu kommen ruhige Charaktereigenschaften wie Gelassenheit und Loyalität, die den Scottish Terrier zu einem idealen Familienhund machen. Vielleicht handelt es sich bei Deinem nächsten Hund ja um einen bezaubernden Scottie.

Wer sich einen Scottish Terrier zulegen will, muss gewisse Dinge beachten, die in den folgenden Abschnitten von uns erläutert werden. In diesem Artikel geben wir Dir einen groben Überblick über Charakter, Erziehung und Pflege des Scottish Terriers.

Wesen und Charakter des Scottish Terriers

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Scottish Terrier zuzulegen, kann sich auf einen liebevollen Hund mit charmantem Charakter einstellen. Das Wesen eines solchen Hundes zeichnet sich durch ein ausgeglichenes und loyales Verhalten aus. Er eignet sich vor allem als klassischer Familien- oder Stadthund.

Gegenüber unbekannten Personen verhält sich ein Scottish Terrier eher misstrauisch und unter Umständen territorial. Bei fremden Hunden legt er ein ähnliches Verhalten an den Tag, allerdings ist er hinsichtlich solcher Situationen weit weniger streitlustig als andere Terrier.

Im Allgemeinen handelt es sich bei Scottish Terrier um ruhige und gelassene Hunde, die trotz alledem ein überaus aktives Benehmen an den Tag legen. Da die Rasse ursprünglich für die Jagd gezüchtet wurde, zeichnet sich der Charakter eines Scotties durch ein mutiges und aktives Verhalten aus. Im Scottish Terrier schlummert zwar noch dieser beschriebene Trieb, allerdings ist er weniger ausgebildet als bei anderen Jagdhunden.

Tipp: Falls vorhanden solltest Du darauf achten ein offenes Auge auf Deine anderen Haustiere zu werfen, da bei einer solchen Rasse, selbst bei der allerbesten Erziehung, immer die Gefahr bestehen kann, dass aus einer spielerischen Laune heraus der Jagdtrieb überhand von besagtem Hund übernimmt.

Geselligkeit von Scottish Terriern

Da ein Scottish Terrier einen gewissen Jagdinstinkt in sich trägt, kann sich die Vergesellschaftung mit einer Katze womöglich als Herausforderung darstellen. Aufgrund der Triebe eines Scotties könnte eine Katze wiederholt von dem Hund provoziert werden, was schlussendlich in einem stressvollen Zusammenleben resultieren oder im schlimmsten Fall sogar zu Verletzungen führen kann.

Ein Scottish Terrier gilt allgemein als kinderlieb und ist für manchen Tierhalter der ideale Familienhund. Seine aktive und verspielte Art sollte Kindern viel Freude bereiten.

Tipp: Der Umgang des Hundes mit Kindern ist logischerweise immer eine Konsequenz aus dessen jeweiliger Erziehung. Kein Hund wird bissig oder mit einem Hass auf Kinder geboren.

Ein Scottish Terrier eignet sich am besten für Frauchen und Herrchen, die selbst ein aktives Leben führen und gerne spazieren gehen. Unter Umständen könnte ein junger Scottish Terrier Senioren, aufgrund seiner recht hohen Aktivität, überfordern.

Die Vergesellschaftung mit anderen Hunden sollte bei guter Erziehung und Sozialisation im Normalfall ohne Probleme vonstattengehen. Wie schon zuvor erwähnt legt ein Scottie während einer Konfrontation mit einem Hund, im Vergleich zu anderen Terriern, ein weniger rauflustiges Auftreten an den Tag.

Erziehung und Haltung des Scottish Terriers

Bei Scottish Terriern sind, wie bei vielen anderen Rassen, eine konsequente Erziehung, eine klare Linie und gleichbleibende Rituale das A und O, um ein erfolgreiches Training durchzuführen. Die Eigensinnigkeit des Hundes erfordert auf der Seite des Frauchens oder Herrchens eine beharrliche Vorgehensweise mit klaren Anweisungen, da sich Scotties nur sehr ungern unterordnen. Aufgrund dieser Sturheit und der nicht überaus großen Unterordnungsbereitschaft kann das Training mit einem Scottish Terrier eventuell etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Trotz alledem eignet sich ein Scottie für Anfänger, die für genau diese Aufgaben Geduld aufbringen.

Scottish Terrier bleiben außerdem nur sehr ungern allein. Wie viele andere Hunderassen hält er sich liebend gerne unter Menschen auf.

Ein besonders erwähnenswerter Punkt ist die Tatsache, dass Scottish Terrier im Vergleich zu anderen Hunderassen dazu neigen eher wenig zu bellen. Solange Dein Scottie durch genug Auslauf und Spiele ausgelastet wird, sollte lautes Gekläffe kein Problem darstellen.

Aufgrund seines natürlichen Jagdtriebes besitzt der Scottish Terrier einen ausgeprägten Erkundungsdrang. Es ist keine Seltenheit, dass er während eines Spazierganges die umliegenden Wälder und Wiesen erkundet. Abhängig von der Erziehung kann ein Scottish Terrier aufgrund seiner Aktivität einen Hang zum Ausreißen entwickeln.

Tipp: Eine Welpengruppen und ein anschließender Besuch in der Hundeschule stellen ideale Ergänzungen zur herkömmlichen Erziehung Deines Haustieres dar und können vor allem für Anfänger gute Hilfestellungen bieten.

Pflege und Gesundheit des Scottish Terriers

Um das pflegeintensive Fell eines Scottish Terriers angemessen in Schuss zu halten, sollte man ihn regelmäßig bürsten, damit keine Knoten oder Verfilzungen im Haarkleid entstehen. Zudem sollte das Fell eines Scotties ungefähr alle 3 Monate adäquat getrimmt werden, da die Rasse keinen normalen Fellwechsel durchlebt und somit menschliche Hilfe bei der Entfernung der Mähne benötigt. Da die Haare des Hundes bei Spaziergängen auf dem Boden schleifen, sollte natürlich auch auf deren Sauberkeit geachtet werden. Ein positiver Punkt bildet in diesem Kontext die Tatsache, dass ein Scottish Terrier nur wenig Haare in der Wohnung seines Besitzers verliert.

Tipp: Um das spätere Trimmen des Fells zu erleichtern, solltest Du schon im Welpenalter mit Deinem Scottie üben und ihn an den Kamm und die anderen Fellpflegeprodukte gewöhnen.

Scotties neigen aufgrund ihres kompakten Körperbaus zu Übergewicht. Aus diesem Grund solltest Du auf seine Ernährung achten. Des Weiteren sollte ein übermäßiges Füttern von Leckerlis vermieden werden.

Im Allgemeinen handelt es sich bei einem Scottish Terrier um eine sehr robuste Hunderasse. Bei guter Ernährung und viel Auslauf kann bei einem gesunden Scottie eine Lebenserwartung von ungefähr 12 Jahren erwartet werden. Leider gibt es auch bei Scottish Terriern rassetypische Krankheiten. Es können unter anderem Knochenkrankheiten am Schädel, anfallsartige Störungen der Bewegungskoordination, erhöhte Leberwerte oder Blasenkrebs auftreten. Männliche Tiere neigen zudem zu einer vergrößerten Prostata.

Tipp: Aufgrund dieser Krankheiten solltest Du Dich nur an seriöse Züchter wenden.

Aktivitäten mit dem Scottish Terrier

Ein Scottish Terrier ist ein leidenschaftlicher Spaziergänger, besitzt aber keinen überaus hohen sportlichen Ehrgeiz. Er liebt es sich in der Natur aufzuhalten und die Umgebung zu erkunden. Ein an die Größe des Hundes angepasstes Agility-Training, Jagd- und Obedience-Spiele sowie Joggen können geeignete Beschäftigungen für Deinen kleinen Vierbeiner darstellen.

Die Haltung in einer Wohnung ist angesichts der geringen Größe des Hundes kein Problem. Falls Du in einer Stadt wohnen solltest, ist es jedoch wichtig, dass Du Deinem Scottish Terrier mit Spaziergängen genug Bewegungsmöglichkeiten anbietest.

Ein Scottish Terrier eignet sich als Reisehund, da er nicht sonderlich groß ist und mit einer selbstbewussten Art auftritt, in Anbetracht welcher er auch an unterschiedlichen Orten keine Scheu zeigen sollte. Zudem stellt er im Urlaub einen idealen Wanderpartner dar, der mit Dir die dortige Natur erkundet.

Herkunft des Scottish Terriers

Der Scottish Terrier, früher auch Aberdeen Terrier genannt, gehört neben dem Skye Terrier, dem West Highland White Terrier und dem Cairn Terrier zu den vier schottischen Terrier-Rassen. Seine Vorfahren stammen wahrscheinlich aus den schottischen Highlands und der Grafschaft Perthshire. Der uns heute bekannte Hundetyp wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts erschaffen.

In den 1870er Jahren wurde die Rasse erstmals auf Ausstellungen präsentiert und erfreute sich großer Beliebtheit. Ursprünglich wurden Scottish Terrier für die Baujagd gezüchtet. Es handelt sich bei ihnen somit um keine reinen Showhunde. Des Weiteren waren frühe Vertreter der Rasse weit hochbeiniger als ihre modernen Verwandten.

Insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren entwickelte sich der schwarze Scottish Terrier zu einem Modehund, der es schaffte mehrfach unter amerikanischen Präsidenten ins Weiße Haus zu gelangen.

Scottish Terrier anschaffen: Wo finde ich einen passenden Scottish Terrier

Hier haben wir einige Ansprechpartner verlinkt, die Du für die Anschaffung eines Scottish Terriers in Betracht ziehen kannst. Bitte achte bei Deiner Suche darauf, dass der Züchter oder der Tierschutzverein seriös ist. Von Anzeigenportalen oder “Privatzüchtern” würden wir grundsätzlich abraten. Schau Dich gerne auch in Tierheimen um. Auch dort kann es den ein oder anderen Scottish Terrier geben, der ein passendes Zuhause sucht.

Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V.

Westfalendamm 174
44141 Dortmund

Telefon: +49 231 56 50 0 – 0
Telefax: +49 231 59 24 – 40
E-Mail: info@vdh.de
Internet: www.vdh.de

Klub für Terrier (KfT) e. V.

Schöne Aussicht 9
65451 Kelsterbach

Telefon: +49 61 07 75 79-0
Telefax: +49 61 07 75 79-28
E-Mail: info@kft-online.de
Internet: www.kft-online.de

Weiterführende Quellen

Rassestandard eines Scottish Terriers (Stand: 2012): Klicke hier

Fellpflege
90%
Gesundheit
70%
Intelligenz
60%
Energielevel (Bewegungsdrang)
70%
Bellverhalten
40%
Familienfreundlichkeit
80%
Kinderfreundlichkeit
70%