Japan Chin im Rasseporträt: Charakter, Haltung und Pflege

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Ein kleiner Hund mit großen Glubschaugen – die kleine asiatische Hunderasse Japan Chin sieht nicht nur liebenswert aus! Er liebt Kuscheleinheiten und ist am allerliebsten bei seinem Besitzer. Mit seiner aufgeweckten Art verbreitet er immer gute Laune und mit seinem ausgeprägten Einfühlungsvermögen muntert der kleine Vierbeiner einen zum richtigen Zeitpunkt auf.

Wer sich für eine Japan Chin interessiert und sich über diese Hunderasse informieren möchte, der ist hier genau richtig! In diesem Beitrag geben wir Dir einen kurzen Einblick in den Charakter, die Erziehung und die Pflege eines Japan Chins.

Wesen und Charakter des Japan Chin

In Japan wird der Chin als klug wie ein Affe, leise und zärtlich wie eine Katze und treu wie ein Hund beschrieben. Er erinnert sehr an eine Katze, da er mit einer Widerristhöhe von bis zu 25 cm nicht nur die Größe einer Katze hat, sondern sich auch wie eine verhält. Er putzt sich beispielsweise mit den Pfoten das Gesicht oder ruht sich gerne auf höheren Stellen aus. Einige Chins können sogar klettern.

Der Vierbeiner ist ein anhängliches Haustier und sehr verschmust. Er baut eine starke Bindung zu seinem Herrchen/Frauchen auf und mag es daher am liebsten seinen Besitzer*In immer um sich zu haben.

Außerdem ist er sehr sensibel und einfühlsam. Er passt sich der Gemütsverfassung seines Herrchen/Frauchens durch seine empathischen Fähigkeiten an. Merkt er zum Beispiel, dass Du traurig bist, versucht er sofort Dich wieder aufzumuntern. Er kann daher auch als Therapiehund eingesetzt werden.

Wusstest Du, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Hunde dazu beitragen können Deinen Gesundheitszustand zu verbessern? Ein Therapiehund soll Menschen psychisch und physisch dabei helfen können, das Wohlbefinden zu steigern.

Der anpassungsfähige Chin ist ein allzeit fröhlicher und aufgeweckter Hund. Er ist sehr unkompliziert und stellt demnach keine hohen Ansprüche. Außerdem ist er sehr intelligent und lässt sich daher auch leicht erziehen.

Der Jagdtrieb des Hundes ist so gut wie nicht vorhanden. Daher kannst Du ohne Bedenken mit Deinem Haustier im Wald oder auf dem Feld spazieren gehen und musst Dir wenig Sorgen um potenzielle Wildtiere machen.

Geselligkeit von Japan Chins

Er versteht sich gut mit Katzen, solange er mit ihnen aufwächst. Zwar hat er keinen starken Verfolgungsinstinkt, dennoch solltest Du anfangs ein Auge auf die zusammenlebenden Haustiere haben.

Gesellschaft des Japan Chin

Der Japan Chin ist ein geselliger Hund, der sich so gut wie mit jedem versteht.

Des Weiteren kann der Vierbeiner auch gut mit anderen Hunden. Hierbei solltest Du auf eine frühe Sozialisierung Wert legen, damit er die Verhaltensregeln unter Hunden schnell lernen kann. So können Deine Tierchen sicher miteinander interagieren und Du musst Dir aufgrund seiner Größe keine Sorgen machen.

Der kleine Chin mag Kinder und er ist auch sehr geduldig mit ihnen. Aufgrund seiner zierlichen Statur muss man bei Kleinkindern aber gut darauf Acht geben, dass sie nicht allzu grob mit dem kleinen Vierbeiner umgehen.

Er passt aber auch gut zu älteren Menschen, die nicht lange mit ihm Gassi gehen können. Da er nicht viel Auslauf braucht, ist es für ihn auch in Ordnung, wenn der Spaziergang etwas kürzer ausfällt. Er gibt sich dann mit Ballspielen zufrieden.

Erziehung und Haltung des Japan Chins

Der Japan Hund ist sehr anhänglich. Daher solltest Du ihn nicht allzu lange alleine lassen. Am liebsten hat er seine Besitzer immer und überall um sich. Aus diesem Grund leiden Japan Chins häufig unter Trennungsangst.

Der Chin ist ein eher ruhiger und ausgeglichener Hund. Es kann sein, dass er bellt, wenn Besuch kommt. Allerdings macht er das nicht übermäßig laut und auf eine unaufdringliche Art. Es gibt somit auch keine Probleme mit beispielsweise Nachbarn.

Auch der Vierbeiner braucht etwas Erziehung. Allerdings sollte das unproblematisch sein, da die Hunderasse sehr gelehrig und damit einfach zu erziehen ist. Der Japan Chin eignet sich aufgrund seiner unkomplizierten Art perfekt als Ersthund.

Pflege und Gesundheit des Japan Chins

Du erfährst nun alles zur Fellpflege, zur Ernährung, zur Lebenserwartung und zu rassentypischen Krankheiten des Japans Chins.

Fellpflege

Die Hunderasse Japan Chin ist weiß mit schwarzen oder roten Abzeichen. Er hat langes seidiges und glattes Fell, welches regelmäßig gepflegt werden muss. Er haart ziemlich viel. Am besten bürstest Du ihn jeden Tag mit einer Hundebürste, damit keine verfilzte Stellen entstehen können. Außerdem reduzierst Du durch das tägliche bürsten auch die Haare in der Wohnung. Es reicht aber auch, wenn er zwei bis dreimal wöchentlich gebürstet wird.

Im Herbst und Frühjahr beginnt die Zeit des Fellwechsels. In dieser Zeit kann die Fellpflege etwas aufwendiger ausfallen. Ansonsten ist die Pflege unkompliziert und der Vierbeiner muss auch nur einmal im Monat gebadet werden.

Wichtig: Neben der Fellpflege solltest Du auch die Augenregion pflegen und reinigen.

Ernährung

Selbst bei der Ernährung ist der kleine Vierbeiner sehr unkompliziert und stellt keine besonderen Ansprüche, solange sein Futter ausgewogen ist. Dabei solltest Du beachten, dass seine Nahrung an seine Größe, an sein Alter und an seine körperliche Betätigung angepasst ist.

Achtung: Japan Chins neigen zu Übergewicht und sollten daher nicht überfüttert werden.
Deinem kleinen Begleiter kannst Du Nassfutter, Trockenfutter oder BARF geben. BARF ist die biologisch artgerechte Rohfütterung und enthält rohe Lebensmittel wie Fleisch, Innereien, Knochen und Fisch. Obst und Gemüse sowie Fette und Öle ergänzen die Nahrung. Füttere Welpen drei bis viermal täglich und ausgewachsene Chins zweimal täglich.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung eines Japan Chins beträgt 10 – 15 Jahre. Der Vierbeiner hat eine ziemlich hohe Lebenserwartung. Allerdings ist er trotzdem empfindlich und zu Erbkrankheiten veranlagt.

Rassentypische Krankheiten

Trotz Bemühungen der Züchter, gibt es Krankheiten, für die der Japan Chin häufig anfällig ist. Im Folgenden wirst Du mehr über diese erfahren.

Augenkrankheiten
Trichiasis Der Japan Chin ist anfällig für Augenkrankheiten. Eine weitverbreitete Erkrankung ist Trichiasis. Hierbei handelt es sich um eine Liderkrankung, die zu Verletzungen und Irritationen der Binde- und Hornhaut führt. Dies ist auf die Fehlstellung der Wimpern zurückzuführen.
Distichiasis Eine weitere Krankheit, die die Augen irritiert ist Distichiasis. Diese wird auch Doppelbewimperung genannt. Aus den Talgdrüsen der Lidränder des Hundes wachsen wimpernartige Haare, die ebenfalls die Augen beeinträchtigen. Sie schädigen und reizen die Hornhaut.
Katerakt / Grauer Star Es kann auch zu einer Trübung der Augenlinse kommen. Diese Augenkrankheit kann bis zur Erblindung des Hundes führen.

Je früher die Augenkrankheiten erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Suche daher umgehend einen Tierarzt auf, wenn Du beispielsweise folgende Symptome bemerkst:

  • Krampfhaftes und überhöhtes Blinzeln
  • Wässriger Augenausfluss
  • Rötungen der Bindehaut
  • Trübung der Linse
Sonstige Krankheiten
Atemwegsbeschwerden und Hitzeunverträglichkeit Aufgrund des verkürzten vorderen Gesichtsschädels leidet der Japan Chin an Kurzatmigkeit und einer geschädigten Regulierung der Körpertemperatur. Daher atmen viele dieser Hunde dauerhaft über ihr Maul und keuchen auch im Ruhezustand. Des Weiteren muss man Hitzeschläge umgehen, indem man seinen Begleiter keinen zu hohen Temperaturen aussetzt.

Aktivitäten mit dem Japan Chin

Für den kleinen Chin reicht es schon aus, wenn Du ihn zweimal pro Trag ausführst. Er ist bewegungsfreudig und liebt längere sowie auch kurze Spaziergänge, besonders im Park.

Achtung: Er verträgt leider keine Hitze, da die Regulierung seiner Körpertemperatur nicht richtig funktioniert. Daher musst Du ihn besonders im Sommer vor Hitze bewahren!
Er ist kein Fan von anstrengenden sportlichen Aktivitäten. Allerdings begeistert er sich sehr für Tricks und Clickertraining. Er tobt außerdem gerne Zuhause mit einem Ball in der Wohnung herum.

Der asiatische Hund eignet sich sehr gut für kleine Wohnungen, aber auch für ein Haus (mit Garten). Aufgrund seiner Größe entspricht jedes Zuhause den Bedürfnissen des Japan Chins.

Aufgrund seiner Größe und seinem ruhigem, zurückhaltendem Wesen kann das Haustier überallhin mitgenommen werden. Sei es in einer Hundesporttasche oder auch auf (Flug-)reisen.

Wissenswertes: Wenn der Japan Chin sich sehr freut, dann er sich im Kreis. Dieses Verhalten wird auch Chin Spinning genannt.

Im Folgenden kannst Du Dir ansehen, wie das sogenannte Chin Spinning aussieht:

Herkunft des Japan Chins

Der Name des Vierbeiners kommt, wie nicht anders zu erwarten, aus Japan. Chin ist hierbei die japanische Kurzform von „chiinuu inu“ und heißt „kleiner Hund“.

Einige Japan Chins haben einen runden Fleck auf der Stirn. Eine Legende besagt, dass Buddha seinen Fingerabdruck so hinterlassen hat als er die kleinen Vierbeiner segnete.

Nicht nur Buddha, sondern auch die feine japanische Gesellschaft im Mittelalter und chinesische Kaiserreiche hielten die kleinen Vierbeiner. Japan Chins sind demnach sehr geschätzte und wertvolle Tiere gewesen.

Aufgrund von alten Aufzeichnungen wird vermutet, dass die Geschichte des Japan Chins bereits im Jahr 732 beginnt. Demnach wurden die Vorfahren des Chins als Geschenk des koreanischen Herrschers an den japanischen Hof gebracht. In den folgenden 100 Jahren gelangten immer mehr dieser Hunde nach Japan.

Im Jahr 1613 brachte der englische Kapitän die Hunderasse nach England. Nicht nur in Europa wurde die Hunderasse eingeführt, sondern auch in die USA im Jahr 1853. Der Japan Chin war von 1868 an der bevorzugte Schoßhund der hohen Gesellschaft. Heute gilt er als weitverbreiteter Haushund.

Japan Chin anschaffen: Wo finde ich einen passenden Japan Chin?

Der Japan Chin wird mittlerweile eine sehr verzüchtete Hunderasse, weshalb der Hund auch einige gesundheitliche Beschwerden mit sich bringt. Außerdem gibt es nicht sehr viele Züchter, weshalb es zu längeren Wartezeiten kommen kann!

Hier haben wir einige Ansprechpartner verlinkt, die Du für die Anschaffung eines Japan Chins in Betracht ziehen kannst. Bitte achte bei Deiner Suche darauf, dass der Züchter oder der Tierschutzverein seriös ist. Von Anzeigenportalen oder “Privatzüchtern” würden wir grundsätzlich abraten. Schau Dich gerne auch in Tierheimen um. Auch dort kann es den ein oder anderen Japan Chin geben, der ein passendes Zuhause sucht.

Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V.

Westfalendamm 174
44141 Dortmund

Telefon: +49 231 56 50 0 – 0
Telefax: +49 231 59 24 – 40
E-Mail: info@vdh.de
Internet: www.vdh.de 

Intern. Club f. Japan-Chin, Peking-Palasthunde und King-Charles-Spaniel 1920 e.V.

Homepage: www.ic1920.com

Nordrhein-Westfalen
Frau Heidrun Hauptmann
Im Bruch 30
53343 Wachtberg-Villip
Telefon: 0228-325725

Sachsen
Irene Hess
Am Oberhof 7
04769 Mügeln
Telefon: 034362-44917
Email: irenehess@t-online.de

Weiterführende Quellen

Rassenstandard eines Japan Chin (Stand 2020)

Fellpflege
88%
Gesundheit
30%
Intelligenz
75%
Energielevel (Bewegungsdrang)
30%
Bellverhalten
20%
Familienfreundlichkeit
100%
Kinderfreundlichkeit
85%